Was tun, wenn mein Pferd sich nicht gut anbinden lässt?

 

Dieses Problem birgt mehr Risiken als sich so manch ein Pferdebesitzer ausmalt und ist durchaus ernst zu nehmen. Das Pferd kann sich beim Zurückziehen überschlagen und verletzten oder durch freies Umherlaufen Dritte gefährden. Pferde, bei denen das Problem besonders stark ausgeprägt ist, sollten daher von Profis korrigiert werden.

Viele Pferdebesitzer benutzen zum Anbinden Panikhaken, die sich bei ruckartigem Ziehen öffnen. Ich tue dies nicht. Pferde können sich durch das plötzliche Öffnen des Hakens überschlagen, frei auf dem Hof umher laufen und werden zudem noch für ihr Verhalten Zurückziehen belohnt. Ein freilaufendes Pferd stellt immer eine große Gefahr dar und ein verantwortungsvoller Pferdebesitzer sollte so eine Situation unbedingt vermeiden.

 

Um einem Pferd beizubringen, dass es durch Ziehen nicht loskommt, achte ich beim Anbinden auf folgende Kriterien:


• das Pferd trägt ein solides Halfter

• es wird mit einem festen Strick mit Karabinerhaken oder Bull Snap angebunden

• zusätzlich zum Halfter kann es einen Halsriemen tragen, dessen Strick durch den Anbindering des Halfters zum Putzbalken führt. Durch diese Methode erhält das Pferd beim Rückwärtsziehen den Druck nicht nur auf das Genick, sondern auch etwas weiter hinten.

• das Pferd wird niemals an losen Gegenständen wie einer Gartenbank angebunden, sondern immer nur an absolut festen Gegenständen, die dem Tonnen schweren Druck eines zurückziehenden Pferdes standhalten können. Eine dünne Zaunlatte eignet sich nicht zum Anbinden.

Jedes Pferd reagiert bei diesem Problem unterschiedlich. Jungpferde, die noch an der Herde „kleben“ werden häufig nervös wenn sie zu langen alleine angebunden sind und fangen an hin und her zu laufen. Auch Anbinden zur Fütterungszeit kann die Nervosität bei unsicheren Kandidaten steigern. Meiden Sie solche Situationen und binden Sie ein nervöses Tier zunächst in der Nähe eines Weidekumpels an.

Hat ein Pferd Angst am Abspritzbalken, tritt immer wieder langsam rückwärts, ist mit einer Zwischenlösung geholfen, die aber nicht zum Dauerzustand werden sollte:

• Wickeln Sie den Führstrick zwei Mal um den Putzbalken und halten Sie das Ende während Sie putzen in der Hand. Gezielte und individuell auf die Situation abgestimmte Übungen bringen dem Pferd bei, immer gelassener am Anbindebalken stehen zu bleiben.

• Tritt das Pferd nun nach hinten und spürt es den Druck des Halfters im Genick, können Sie den Strick ein wenig Richtung Pferd nachgeben.

• Bauen Sie mit Gefühl ein wenig Druck auf bis das Pferd wieder einen Schritt nach vorne kommt.


Einen ähnlichen Effekt hat der Gummistrick, den man in Fachgeschäften erwerben kann. Er gibt ein wenig nach, wenn das Pferd zieht, so dass der Druck im Genick nicht so hart und plötzlich erscheint. Dennoch reißt er nicht, das Pferd kommt durch Ziehen nicht frei und muss sich mit der Situation abfinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text & Fotos © RK / TGT GmbH